Gliederung - gartengestaltung-goldenerschnitt

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Gliederung


Gliederung – Räume teilen – Orientierung, Spannung und Spannungsbogen.


Eine reizvolle Gartengestaltung lockt den Gartenbesucher durch ein komponiertes Farbenspiel,
weckt Erwartungen an Dufterlebnisse und erzeugt das Verlangen, Natur zu berühren.
Eine sinnvolle Gliederung des Gartens hilft dem Menschen bei der Wahrnehmung.
Aus der Entfernung mag man gerne alles gleichzeitig sehen wollen, doch weil einen die Menge
an Eindrücken überfordert, sucht der Mensch sofort bei großen Bildern nach Details, die er
womöglich schon kennt.
Dann kann er schnell die Einzelheiten herausfiltern, die er noch nicht kennt oder die er schon
länger ersehnt hat.
Wenn wir Räume teilen, auch in einem Garten, unterstützen wir den Besucher dabei,
das Seherlebnis zu ordnen. Der Gartenbesucher kann sich einen Überblick verschaffen
und wird dann nicht von einem Chaos überwältigt, vielmehr mit einer Vielfalt konfrontiert.
Aus dieser Vielfalt kann er sich seine zwei oder drei Schwerpunkte wählen und gezielt ansteuern.
Oder er wird unbewusst zu einem Rundgang ermuntert, wobei er dann ein Thema nach dem anderen durchschreiten kann. (mehr zu Thema im Garten)


In einem Garten die Räume zu teilen verschafft Orientierung und lässt Spannung und Spannungsbogen entstehen. Spannung keimt in dem Moment auf, wo wir etwas vermuten und ahnen,
doch noch nicht alles wissen. Ein vernünftiger Spannungsbogen hat eben Wegekreuze, ähnlich den Weichen bei einer Gleisanlage. Unter Weg verstehe ich in diesem Moment nicht nur den Gartenweg als solchen,
sondern auch die visuellen Wege des Betrachters oder überhaupt die Wege der menschlichen Wahrnehmung. Man kann in diese oder jene Richtung weitergehen.
Eine reizvolle Gartengestaltung bietet nun immer mindestens zwei mögliche Wege an.
Den einen, der offensichtlich ist und eben zusätzlich noch die angenehme Alternative.
Diese beiden Wege müssen unterschiedlich dimensioniert sein.
Der Standardweg bekommt das Hauptgewicht im Sinne des Goldenen Schnitts, der Alternativweg erhält den kleineren Teil. In der konkreten Gartengestaltung kann so auf den ersten Blick der gesamte Garten gesehen werden,
doch gleichzeitig zum Beispiel der größere Teil als Erholungsgarten oder Ziergarten erkannt werden und ein kleinerer Teil als Arbeitsgarten oder Nutzgarten. (mehr zu Blickpunkt im Garten)


In diesem Standard-Beispiel ist der Garten der Erholung die offensichtliche Einladung,
es besteht jedoch die Alternative des sofortigen Arbeitens im Garten der Arbeit oder eben Nutzgarten.
Dieser Nutzgarten ist nun ein Raum im Raum und wird wiederum nach dem Goldenen Schnitt geteilt.
Der offensichtliche Teil ist auch hier wieder als der größere anzuordnen.
Das kann die Fläche mit den Obstbüschen und Reihen mit Erdbeerpflanzen sein.
Der kleinere teil kann der Frühbeet-Kasten mit seinen Salatpflanzen und Kräutern sein.
Konsequent greift die Gestaltung, wenn sie lockt. Der Gartenbesucher wird animiert, die Dinge aus der Nähe sehen zu wollen. Er wird geleitet und entdeckt durch das immer weitere Eindringen immer noch etwas mehr.
Die Spannung wird gehalten.
Der Weg durch den Garten bleibt interessant.
Angespornt durch komponiertes Farbenspiel, Erwartungen an Dufterlebnisse und das Verlangen, die Natur zu berühren, schaffen den harmonischen Spannungsbogen.
Ein Garten mit einer strukturierten Gliederung nach den Regeln „Goldener Schnitt“ macht das Erlebnis Garten zu einer intensiven Begegnung mit der Natur.
Die reizvolle Gartengestaltung mit Gliederung in Räume und mit einem Spannungsbogen nützt uns dabei,
im häuslichen Umfeld die Natur zu berühren und diese Berührung besser zu empfinden.

 
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